EU-KI-Verordnung
Ist KI im Recruiting Hochrisiko-KI?
Ja. Software, die Bewerbungen bewertet, stuft die EU-KI-Verordnung als Hochrisiko-KI ein. Das gilt auch für Richaard. Hochrisiko heißt nicht gefährlich, sondern streng geregelt.
Grundlage ist Anhang III Nr. 4 der Verordnung (EU) 2024/1689. Dass am Ende ein Mensch entscheidet, ändert an der Einstufung nichts. Es ist eine der Pflichten, kein Ausweg.
- Seit 2. Februar 2025
- Art. 4 zur KI-Kompetenz gilt. Praktisch heißt das: Wer eine Shortlist prüft, sollte wissen, wie sie entsteht und wo ihre Grenzen liegen.
- Seit 2. August 2026
- Die Transparenzpflichten nach Art. 50 gelten.
- Ab 2. Dezember 2027
- Die Pflichten für Hochrisiko-Systeme nach Anhang III gelten, also auch für Software, die Bewerbungen bewertet. Den Termin hat die Änderungsverordnung (EU) 2026/1744 festgelegt.
Die Verordnung unterscheidet zwei Rollen. Beide haben Pflichten, und sie lassen sich nicht auf die andere Seite schieben.
Richaard ist Anbieter
Wer das System entwickelt und in Verkehr bringt (Art. 16)
- Risikomanagement über die gesamte Lebensdauer des Systems (Art. 9)
- Technische Dokumentation und Gebrauchsanweisung für Betreiber (Art. 11, 13)
- Protokollierung, damit sich Bewertungen nachträglich prüfen lassen (Art. 12)
Du bist Betreiber
Wer das System in eigener Verantwortung einsetzt (Art. 26)
- Nutzung nach der Gebrauchsanweisung des Anbieters (Art. 26 Abs. 1)
- Menschliche Aufsicht durch Personen, die dafür geschult sind (Art. 26 Abs. 2, Art. 14)
- Information des Betriebsrats vor dem Einsatz, wenn es einen gibt, und der Kandidat:innen, dass ein Hochrisiko-System mitwirkt (Art. 26 Abs. 7 und 11)
Wir liefern die Angaben, die du für deine Datenschutz-Folgenabschätzung brauchst. Was wir zu Daten und Bewertung zusagen und was bei dir bleibt, steht auf der Seite Sicherheit und Datenschutz.
Rechtsstand 22. September 2026. Diese Seite erklärt die Verordnung aus Sicht eines Anbieters und ersetzt keine Rechtsberatung. Verordnungstext: Verordnung (EU) 2024/1689 bei EUR-Lex.